Anhalte-Datenbank

Personenbezogene Recherchen zu den österreichischen Anhaltehäftlingen 1933-1938

Die Regierung Dollfuß erließ am 23. September 1933 eine Verordnung "betreffend die Verhaltung sicherheitsgefährlicher Personen zum Aufenthalte in einem bestimmten Orte oder Gebiete". Dadurch war es möglich, politische Gegner ohne richterlichen Befehl und nachweisbares Delikt auf unbestimmte Zeit zu inhaftieren. Die "Anhaltung" entsprach vom Grundgedanken her der im nationalsozialistischen Deutschland praktizierten "Schutzhaft".

Das Ständestaatsregime nahm zwischen 1933 und 1938 schätzungsweise 12.000 bis 14.000 Personen in Anhaltung. Ungefähr drei Viertel der Anhaltehäftlinge gehörten der NSDAP an, rund ein Viertel den beiden linken Parteien SDAP und KPÖ.

Im Österreichischen Staatsarchiv/Archiv der Republik existiert ein 89 Archivkartons umfassender Bestand, der alle die Anhaltung betreffenden Aktenbestände beinhaltet. Vielen dieser Dokumente sind konkrete personenbezogene Daten von Anhaltehäftlingen zu entnehmen.

Im Rahmen zweier am Ludwig-Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft durchgeführten Forschungsprojekte wertete Kurt Bauer diesen Bestand aus und erfasste die personenbezogenen Daten von rund 11.500 Anhaltehäftlingen in einer Datenbank.

Die beiden Projekte:

  • "Sozialstruktur der illegalen NS-Bewegung in Österreich (1933-1938)" (gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz und Ass.-Prof. Dr. Wolfgang Meixner, geleitet von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz), gefördert vom Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (Projekt-Nr. 12061).
  • "Sozialstruktur der sozialdemokratischen und kommunistischen Anhaltehäftlinge (1933-1938)", gefördert vom Zukunftsfonds der Republik Österreich (Projekt-Nr. P10-0714).

Überblick über die Projektergebnisse

Kurzbiografien bekannter linker Anhaltehäftlinge

http://www.kurt-bauer-geschichte.at/Kurzbiografien-linker-Anhaltehaeftlinge.htm

Das LBIHS stellt die erhobenen Daten der wissenschaftlichen Forschung und für familiengeschichtliche Zwecke zur Verfügung.

Richten Sie alle die Datenbank betreffenden Anfragen per E-Mail an:

k_bauer@aon.at