KU: Freiwillige und erzwungene Migration im 19. und 20. Jahrhundert |
(Von Lektor Mag. Heinz Berger)
Inhalt der Lehrveranstaltung
Themen
Freiwillige und erzwungene Migration im 19. und 20. Jahrhundert / Forced and voluntary migration during the 19th and 20th century
Inhalt
Am Beginn der LV wird
Literatur zur Einführung in das geschichtswissenschaftliche Arbeiten
gelesen und besprochen, und auch internetgestützte Angebote (Geschichte
Online und das Online-Tutorium Konstanz) präsentiert und kritisch reflektiert.
Daraufhin wird das inhaltliche Thema eingegrenzt und eine Fragestellung
formuliert und diskutiert. Es folgt eine genaue Definition des wissenschaftlichen
Erkenntnisprozesses und der Besonderheiten von wissenschaftlicher Arbeit
im Fachbereich Geschichte. Nach einer grundsätzlichen Auseinandersetzung
mit den Unterschieden von außerwissenschaftlichen Wissensaneignung
und wissenschaftlicher Forschung erfolgt die genaue Darstellung der einzelnen
Arbeitsschritte des systematischen Forschungsprozesses.
Nach der theoretischen Einleitung werden die neugewonnenen Erkenntnisse
in praktischer wissenschaftlicher Arbeit angewendet. Ausgehend von allgemeinen
Interessen (außerwissenschaftlich) entwickeln wir eine systematisch
aufgebaute Fragestellung und formulieren wissenschaftlich begründete
Thesen. Wir lesen gemeinsam einführende Literatur zu den Themenbereichen
Migration und/oder Exil. Nach einer grundsätzlichen Auseinandersetzung
mit dem Schreiben über wissenschaftliche Texte unterwerfen wir die
gemeinsam gelesene Literatur einer kritischen Würdigung (schriftliche
Rezension). Bei der systematischen Recherche nach einschlägiger Literatur
werden sowohl konventionelle (Institutsbibliothek, UB) als auch internetgestützte
Kataloge vorgestellt und genützt. Darauf aufbauend führen die
TeilnehmerInnen eine selbständige Literatursuche durch und erstellen
eine schriftliche Bibliographie zu einem selbst gewählten Spezialthema.
Wir definieren die zentralen Begriffe "Migration", Flucht und
Vertreibung und testen ihre Anwendbarkeit für die konkrete Fragestellung.
Nach der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Arten von Quellen wird
nach spezifischen Quellen gesucht (Online Recherche in Quellendatenbanken
und Archiven). Die Quellen (Texte) werden einer kritischen Würdigung
unterzogen (schriftliche Quellenkritik). Daran anschließend wird die
praktische Arbeit mit textlichen Quellen und Literatur und das Erstellen
eigener Texte praktisch geübt (Exzerpieren, Zitieren).
Im Laufe des Kurses wird das Schreiben von wissenschaftlichen Texten erlernt
und in mehreren Arbeitsaufgaben (Rezension und schriftliche Abschlussarbeit/Referat)
geübt.
Literatur
Franz X. Eder, Heinrich Berger, Julia Casutt-Schneeberger, Anton Tantner, Geschichte Online. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Wien 2006, 328.
Hans-Jürgen Goertz, Geschichte - Erfahrung und Wissenschaft. Zugänge zum historischen Erkenntnisprozeß, in: Hans-Jürgen Goertz, Hg., Geschichte - Ein Grundkurs, Hamburg 1998, 15-41.
Jan Lucassen, Leo Lucassen, Alte Paradigmen und neue Perspektiven in der Migrationsgeschichte, in: Mathias Beer, Dittmar Dahlmann, Hg., Über die trockene Grenze und über das offene Meer. Binneneuropäische und transatlantische Migrationen im 18. und 19. Jahrhundert, Essen 2004, 17-42.
Didaktik
Kursartige Vermittlung der grundlegenden Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens im Fachbereich Geschichte mit viel selbständiger Arbeit und Diskussion.
Prüfungsmodalitäten
Abgabe mehrerer schriftlicher Übungsaufgaben (Rezension, Bibliographie, Quellenkritik, Thesenpapier und Abschlußarbeit) und Vortrag eines mündlichen Referats.