Ludwig Boltzmann-Institut für

Historische Sozialwissenschaft

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Abgehört - das familiengeschichtliche Portal
zu den Gefangenenakten und Abhörprotokollen aus Fort Hunt (USA)

 

Für Angehörige und Nachfahren von österreichischen Wehrmachtssoldaten besteht ab sofort die Möglichkeit, Kopien aus den Archivalien zu erhalten, auf denen das vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) geförderte Wiener Forschungsprojekt "Kriegswahrnehmung österreichischer Wehrmachtsangehöriger" (FWF P-22065) basiert. Das verfügbare Quellenmaterial umfasst über 100.000 Seiten an Akten, die aus dem amerikanischen Kriegsgefangenenlager Fort Hunt bei Washington stammen. In diesem geheimen Vernehmungslager wurden während des Zweiten Weltkrieges über 3000 deutsche Wehrmachtssoldaten – darunter knapp 300 „Österreicher“ – interniert, vernommen und über versteckte Mikrophone heimlich belauscht. Zu jedem einzelnen Gefangenen fertigte die Lagerbürokratie eine Gefangenenakte an. Die einzelnen Gefangendossiers enthalten wörtliche Abhörprotokolle über die Gespräche der Gefangenen mit ihren Zellengenossen, Vernehmungsberichte zu diversen Themen und Materialien über die lebensgeschichtlichen Hintergründe und militärischen Karrieren der Soldaten.

Das Angebot, von diesen Gefangenenakten Kopien zu erhalten, richtet sich ausschließlich an Angehörige und Nachfahren der betreffenden Wehrmachtssoldaten zu familiengeschichtlichen Zwecken. Eine alphabetische Liste aller österreichischen Soldaten, über die Gefangenenakten aus Fort Hunt vorliegen, finden Sie weiter unten auf dieser Seite. Wenn Sie nähere Informationen wünschen oder Kopien aus den Gefangenenakten anfragen möchten, wenden Sie sich bitte an Dr. Richard Germann (Kontaktinformationen siehe unten).

Mit dem Informationsangebot wollen wir interessierte Angehörige und Nachfahren ehemaliger Wehrmachtsoldaten dabei unterstützen, ihre Familiengeschichte zu erforschen. Zugleich hoffen wir, durch den entstehenden Austausch weiterführende Erkenntnisse aus der familiären Überlieferung zu erhalten, die uns dabei helfen würden, den Wehrmachtsoldaten in unserer Forschungsarbeit noch besser gerecht werden zu können. Besonders interessiert wären wir an zeitgenössischen Selbstzeugnissen wie Tagebüchern oder Feldpost, die im Vergleich mit den Akten aus Fort Hunt u.a. zur Klärung der Frage beitragen könnten, ob und inwieweit sich die Sichtweisen und Einstellungen der Soldaten mit der Gefangennahme veränderten.

Alphabetische Liste der Wehrmachtssoldaten / Gefangenenakten aus Ft. Hunt.

Abgehörte Soldaten - Österreicher im Zweiten Weltkrieg: Fundraising-Portal


 

Dr. Richard Germann

Ludwig Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft,
c/o Universität Wien
Campus Altes AKH, Spitalg. 2, Hof 1, Eing. 1.1
A- 1090 Wien

Tel: +43-1-4277-41219
Email: richard.germann@gmx.net

 

 


 

Sollten Ihre Angehörige und Vorfahren deutscher Herkunft sein, so verweisen wir sehr gerne auf das familiengeschichtliche Portal unseres internationalen Kooperationspartner Dr. Felix Römer, der das von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Forschungsprojekt "Kriegswahrnehmung und Kollektivbiographie. Referenzrahmen von Wehrmachtssoldaten 1942 – 1945" bearbeitet und hierzu erst kürzlich das richtungsweisende Buch "Kameraden. Die Wehrmacht von innen" veröffentlicht hat.

 

 

 

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